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Kleidung und Trachten — Skulptur Mitteldeutschlands

[Ein­füh­rungs­text] Viele Mode­er­schei­nun­gen hatten ihren Ursprung im Hoch­adel und der höfi­schen Gesell­schaft. Von dort aus drangen die Neue­run­gen und Trends hier­ar­chisch in die tie­fe­ren sozia­len Schich­ten und werden hierbei — sowohl aus Kos­ten­grün­den, aber auch aus sozia­len Restrik­tio­nen — sim­pli­fi­ziert und abge­wan­delt. Die Klei­dung einer Person war vor allem abhän­gig vom sozia­len Stand: So war es bei­spiels­weise Bauern oder Bediens­te­ten ver­bo­ten, bestimmte Beklei­dungs­for­men und Acces­soires zu tragen, da diese nur einer bestimm­ten Klasse erlaubt war. [Kon­kre­tes Beispiel!]

 

Inhalt: Kopf­be­de­ckung Frauen und Männer, Über­be­klei­dung, Ober­be­klei­dung, Schuhe, Zubehör/Sonstiges

Kopfbedeckungen — Frauen

1 Plis­sierte, gefäl­tete Haube | 2 und 3 | 4 Gebende mit Kinn­schleier | 5 Auf­ge­bo­gene Haube | 6 Auf­ge­bo­gene Haube mit Schleier | 7 Gold­ver­zier­ter Schapel mit Bekrö­nung | 8 Breiter, per­len­be­setz­ter Schapel | 9 und 10 ?

[Text zu den Kopfbedeckungen]

Übergewänder: Der Mantel

Von links nach rechts: Tappert | Tas­sel­man­tel | Schaube (ab etwa 1470) | Nuschen­man­tel | Schnurmantel

Ein Mantel wird über der Ober­be­klei­dung getra­gen. Seine Bezeich­nung umfasst sowohl einen nicht ver­schließ­ba­ren Über­wurf, den im Volks­mund sog. “Umhang”, seit­lich geöff­nete Mäntel wie den Tappert bis hin zu auf­wen­dig gestal­te­ten Klei­dungs­stü­cken mit Ärmeln und durch­ge­hen­den Knopfleisten.

Die wich­tigs­ten for­ma­len Unter­schei­dungs­kri­te­rien von Mänteln in der Ent­wick­lung der Klei­dung sind die Länge des Stoffes, die Anbrin­gung und Aus­prä­gung von Ärmeln sowie die Befes­ti­gung bzw. Schließe. Die Schaube (siehe Bild) ist bei­spiels­weise gekenn­zeich­net durch den stoff­rei­chen, breiten, aber kurzen Schnitt, reichen Fal­ten­wurf, das Fehlen von Ärmeln sowie die Befes­ti­gung weit oben am Hals.

Halskrausen und Kragen

[Num­me­rie­rung hin­zu­fü­gen] Hals­krau­sen zwische 1500–1620

[Text Hals­krau­sen] Aus­ge­hend von der ganz Europa beein­flus­se­den Mode am Spa­ni­schen Hof brei­tete sich die Hals­krause sowohl unter dem Adel als auch bei Geist­li­chen und in bür­ger­li­chen Kreisen aus. Die sog. Spa­ni­sche Hals­krause, in beson­ders aus­la­den­der Größe auch “Mühl­stein­kra­gen”, bezeich­net eine beson­ders steife und aus­la­dende runde Krause aus weißem, gestärk­ten Leinen. Diese wurde teil­weise auch mit Spitze besetzt und in regel­mä­ßi­gen Bahnen und Röhr­chen dra­piert. Während es im Laufe des 16. Jahr­hun­derts zu immer aus­la­den­de­ren Hals­krau­sen und kunst­vol­le­ren Dra­pie­run­gen kam, ebbte die Mode­er­schei­nung etwa ab den 1620er Jahren ab: die Hals­krau­sen wurden wieder weicher und kleiner.

Obergewänder: Tunika und Wams, Mieder und Kleid

Die Tunika: Das gegür­tete Gewand

[Text Tunika/Obergewand]

  • Ober­ge­wand mit Ärmeln
  • immer gegür­tet
  • reicht mind. bis zum Oberschenkel
  • Länge varia­bel, auch bodenlang
  • ent­stan­den aus römi­scher Tunika
  • uni­ver­sa­les Kleidungsstück
Bür­ger­li­che Klei­dung von 1612 und 1618 aus Sachsen-Anhalt

[Text zum Wams]

Ent­wi­ckelt aus der Soldaten/Ritterkleidung, aus Wehr­tracht zur zivilen Klei­dung. Eng am Körper anlie­gend, mittige Knopf­leiste oder Leiste mit ver­deck­ten Häkchen, darüber wird Hals­krause oder sepa­ra­ter Kragen getra­gen, Ärmel­dä­cher für Bewegungsfreiheit

 

Bein­be­klei­dung: Röcke, Hosen

Fuß­be­klei­dung: Schuhe, Stiefel, Pantoffeln

Zubehör: Man­tel­fie­beln, Taschen, Accessoires,

Kopf­be­klei­dung: Hüte, Hauben, Helme, Kopf­tü­cher in Tragevarianten

Abbil­dun­gen Tafel “Mäntel” (v.l.n.r.): Drei­kö­nigs­re­ta­bel, Stifts­kir­che St. Ana­sta­sius und Inno­cen­tius in Bad Gan­ders­heim, Nie­der­sach­sen; Rit­ter­hei­li­ger (Name unbe­kannt), Kreis Halle-Saale; Epitaph für Bastian Spie­gel­berg, [Riestedt/Sachsen-Anhalt] EK Eisleben-Sömmerda; Figur des Johan­nes, Teil des Kalvarienberg/Kreuzigungsensembles, um 1460, Dom­schatz Hal­ber­stadt, Sachsen-Anhalt; Altar­fi­gur aus dem 14-Nothelfer-Altar, 1483, Stolberg/EK.Eisleben-Sömmerda, Sachsen-Anhalt – Tafel “Hals­krause” (von links nach rechts, von oben nach unten): Qued­lin­burg, Bene­dik­ti­kir­che, Figu­ren­grab­stein für Bür­ger­meis­ter Hein­rich Grashof (gest. 1618); … ; … ; Wand­grab­mal für Graf Ernst VII von Hohn­stein, Wal­ken­ried, 1602; Stif­ter­fi­gur Barbara Hacke, um 1579/80, Tilleda, Eisleben-Sömmerda; Epitaph von Diet­rich von Gaden­s­tedt, Ev. Kir­chen­kreis Hal­ber­stadt, um 1586; …; – Tafel Ver­gleich 1612/1618: Grab­platte für Johann Chris­toph Kotze, um 1612, St. Ulrich, Sang­er­hau­sen, Sachsen-Anhalt, Eisleben-Sömmerda (Ev. Kir­chen­kreis); Figu­ren­grab­stein für Bür­ger­meis­ter Hein­rich Grashof, gest. 1618, Hal­ber­stadt (Ev. Kir­chen­kreis), Qued­lin­burg, St. Bene­dik­tii

 

 

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